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Verbandsgemeinde Winnweiler Aktuell

10.10.2017

Vortrag: "Ludwig von Gienanth (1767–1848): Frühindustrieller–Aufsteiger–Politiker"


Die Gienanthabteilung des Museums Winnweiler lädt aus Anlass des 250. Geburtsjubiläums für Mittwoch, den 18. Oktober 2017 um 19.30 Uhr zu einem bebilderten Vortrag in das Museum (Schlossstraße 37) ein.
Titel des Vortrages: „Ludwig von Gienanth (1767 – 1848) Frühindustrieller – Aufsteiger – Politiker“. Referent ist der Historiker Ulrich Burkhart M.A., Kaiserslautern.
Der Eintritt ist frei.

Am 15. Oktober 1767 auf der Hochsteiner Eisenschmelz geboren und nach seinem Tod in Schönau 1848 in Hochstein beigesetzt, würde Ludwig von Gienanth in diesem Jahr 250 Jahre alt werden und 2018 jährt sich sein Todestag zum zweihundertsiebzigsten mal.
Als junger Berg- und Hütteningenieur übernahm er 1793, nach dem frühen Tod seines Bruders Gideon, das elterliche Werk. Dazu gehörten neben dem Stammhaus Eisenschmelz bei Winnweiler/Hochstein auch Betriebe in Wattenheim/Altleiningen und in Trippstadt. Ludwig gelang es bravourös nicht nur damals bestehende erhebliche wirtschaftliche Schwierigkeiten zu überwinden, sondern auch das Hochsteiner Werk Eisenschmelz auszubauen und um ein Kleinhammerwerk auf der Kupferschmelz (1806) und ein Großhammerwerk in Schweisweiler (1809) zu erweitern. Er kaufte das Werk in Eisenberg (1800) und baute es weiter aus. Der Besitz des Werkes in Trippstadt wurde gefestigt und auch dieses Werk auf fünf Betriebsstätten im Karlstal erweitert. Der Standort Wattenheim wurde zwar aufgegeben, dafür aber Altleiningen in einen Drahtzug umgewandelt. Als weitere, kleinere Betriebsstätten seien auch der Blechhammer bei Kaiserslautern, der Hardenburger Hammer im Dürkheimer Tal oder der Saarbacher Hammer bei Ludwigswinkel genannt. Als Abschluss seines bedeutenden Lebenswerkes kaufte er 1835 ein altes Eisenhüttenwerk in Schönau, baute es mehr oder weniger neu auf und betrieb es bis zu seinem Tod 1848. Dass zu diesem Eisenimperium nicht nur die Eisenerzgruben bei Imsbach/Falkenstein gehörten, sondern auch Gruben bei Wattenheim, bei Kirchheimbolanden, im Reichwald bei Kaiserslautern (Erzhütten), in der Südpfalz (z.B. Nothweiler, Bergzabern), bei Limburg an der Lahn (z.B. die Grube „Berggeist“ in Netzbach), in Rheinhessen (v.a. Gauheppenheim und Wissberg) und in anderen Bereichen, sowie große Wälder (v.a. bei Trippstadt und Hauptstuhl) sei ebenfalls angedeutet.

Trotz dieser intensiven wirtschaftlichen Tätigkeiten war Ludwig von Gienanth aber auch schon in der französischen Zeit vor 1814 in verschiedenen wichtigen Funktionen politisch und verwaltungsmäßig tätig. Nach der Angliederung der Pfalz an das Königreich Bayern (1816), bediente sich auch der bayerische König der großen Erfahrung, des Einflusses und der Schaffenskraft Gienanths. So wurde er 1816 zum Präsident des Wahlkollegiums für den Landrat der Pfalz berufen. 1818 wurde er zum lebenslänglichen Reichsrat der bayerischen Krone ernannt. 1819 wurde er vom König in den persönlichen Adelsstand und 1835 in den erblichen Freiherrenstand erhoben.

Interessierte können an diesem Abend bereits ab 18.30 Uhr auch die Gienanthabteilung des Museums besichtigen.

Veranstalter: Museum Winnweiler e.V., Tel. 06302-1256, Museen-Winnweiler@t-online.de
Ort der Veranstaltung: Museum Winnweiler, Schlossstraße 37, 67722 Winnweiler


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